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5. August 20266 Min. Lesezeit

Das häufig falsch erklärte Volatility-Decay-Beispiel

Das bekannte Beispiel „erst +10 %, dann −10 %“ zeigt einen Verlust, aber keinen echten Rundlauf des Index. Die zweite Bewegung müsste −9,09 % betragen, damit der Basiswert wieder bei 100 landet.

Vergleich des üblichen und des korrekten Volatility-Decay-Beispiels

Warum +10 % und −10 % sich nicht aufheben

100 steigen nach +10 % auf 110. Ein Verlust von 10 % wird nun von 110 berechnet und führt zu 99. Schon der ungehebelte Index verliert also 1 %. Dieser Effekt ist normale Prozentrechnung und nicht allein Volatility Decay.

Der korrekte Rundlauf

Nach dem Anstieg von 100 auf 110 ist eine Gegenbewegung von 10/110 = 9,09 % nötig. Der Index endet dann wieder exakt bei 100.

ExposureNach +10 %Nach −9,09 %Gesamtrendite
1× Index110,00 $100,00 $0,00 %
2× täglich120,00 $98,18 $−1,82 %
3× täglich130,00 $94,55 $−5,45 %

Was das Beispiel wirklich beweist

Ein täglich zurückgesetzter Hebel wirkt auf jede einzelne Tagesrendite. Das Endergebnis hängt deshalb vom Pfad ab. Schwankende Auf- und Abbewegungen können Kapital abbauen, obwohl der Index über den gesamten Zeitraum unverändert bleibt. Gleichmäßige Trends können dagegen positives Compounding erzeugen.

Kosten, Finanzierung und Tracking-Differenzen sind in diesem Zweitagebeispiel noch nicht enthalten. Über lange Zeiträume kommen sie hinzu.

Selbst nachrechnen

Mit unserem interaktiven Volatility-Decay-Rechner kannst du Hebel, Bewegung und Wiederholungen verändern. Für historische Marktpfade eignet sich der Leveraged-ETF-Backtest.