Das häufig falsch erklärte Volatility-Decay-Beispiel
Das bekannte Beispiel „erst +10 %, dann −10 %“ zeigt einen Verlust, aber keinen echten Rundlauf des Index. Die zweite Bewegung müsste −9,09 % betragen, damit der Basiswert wieder bei 100 landet.

Warum +10 % und −10 % sich nicht aufheben
100 steigen nach +10 % auf 110. Ein Verlust von 10 % wird nun von 110 berechnet und führt zu 99. Schon der ungehebelte Index verliert also 1 %. Dieser Effekt ist normale Prozentrechnung und nicht allein Volatility Decay.
Der korrekte Rundlauf
Nach dem Anstieg von 100 auf 110 ist eine Gegenbewegung von 10/110 = 9,09 % nötig. Der Index endet dann wieder exakt bei 100.
| Exposure | Nach +10 % | Nach −9,09 % | Gesamtrendite |
|---|---|---|---|
| 1× Index | 110,00 $ | 100,00 $ | 0,00 % |
| 2× täglich | 120,00 $ | 98,18 $ | −1,82 % |
| 3× täglich | 130,00 $ | 94,55 $ | −5,45 % |
Was das Beispiel wirklich beweist
Ein täglich zurückgesetzter Hebel wirkt auf jede einzelne Tagesrendite. Das Endergebnis hängt deshalb vom Pfad ab. Schwankende Auf- und Abbewegungen können Kapital abbauen, obwohl der Index über den gesamten Zeitraum unverändert bleibt. Gleichmäßige Trends können dagegen positives Compounding erzeugen.
Kosten, Finanzierung und Tracking-Differenzen sind in diesem Zweitagebeispiel noch nicht enthalten. Über lange Zeiträume kommen sie hinzu.
Selbst nachrechnen
Mit unserem interaktiven Volatility-Decay-Rechner kannst du Hebel, Bewegung und Wiederholungen verändern. Für historische Marktpfade eignet sich der Leveraged-ETF-Backtest.