Warum dein bester Backtest der gefährlichste sein kann
Ein Backtest soll nicht einfach die Strategie mit der höchsten Rendite finden. Er soll zeigen, wie belastbar deine Annahmen sind, bevor echtes Geld investiert wird.
Bricht das Ergebnis zusammen, sobald du den Starttermin um ein Jahr, einen Monat oder wenige Wochen verschiebst, hast du wahrscheinlich keinen robusten Vorteil gefunden, sondern einen glücklichen Einstieg.
Der häufigste Fehler
Viele Anleger testen genau einen Zeitraum: nach einem Crash, während eines bekannten Bullenmarkts oder ab dem Tag, an dem sie sich erstmals für gehebelte ETFs interessierten. Der Endwert beantwortet dann nur, was bei exakt diesem Einstieg passiert wäre.
Er verrät nicht, ob die Strategie über unterschiedliche Marktphasen hinweg stabil funktioniert.
Warum ein großartiger Chart täuschen kann
Leveraged ETFs verstärken Gewinne und Verluste. Deshalb können kleine Änderungen des Startpunkts sehr unterschiedliche Ergebnisse erzeugen.
- Eine Erholung beginnt kurz nach dem Einstieg.
- Ein langer, gleichmäßiger Trend begünstigt tägliches Compounding.
- Seitwärtsphasen und Fehlsignale fehlen zufällig.
- Bewertungen oder Zinsen waren ungewöhnlich günstig.
Das macht eine Strategie nicht automatisch schlecht. Es bedeutet nur, dass ein einzelner Lauf als Beleg nicht ausreicht.
Robustheit statt Bestwert
Frage nicht nur nach der höchsten Rendite. Prüfe Median und schlechtestes Ergebnis, maximale Drawdowns, Erholungsdauer und wie häufig die Strategie eine Benchmark oder dein Ziel erreicht.
Unser Tool für parallele Backtests verschiebt den Starttermin systematisch über alle verfügbaren historischen Zeiträume. So siehst du eine Verteilung statt einer ausgewählten Erfolgsgeschichte.
Was ein guter Backtest leisten sollte
Ein robustes Ergebnis bleibt grundsätzlich erkennbar, wenn Parameter leicht verändert werden. Es muss Crashs, Seitwärtsmärkte und steigende Finanzierungskosten überstehen. Historische Stabilität ist keine Zukunftsgarantie – aber Instabilität in der Vergangenheit ist ein klares Warnsignal.
Nutze den Zeitraum-Backtest für einzelne Szenarien und vergleiche sie anschließend mit vielen Startzeitpunkten.