Verlustrisiko einfach erklärt
Kann ein gehebelter ETF auf null fallen?
Ja. Ein vollständiger Verlust ist möglich. Der Wert kann an einem extrem schlechten Tag fast oder ganz verschwinden. Viele kleinere Verluste können ihn ebenfalls nahe null drücken.
Geprüft am 23. August 2026. Keine persönliche Anlageberatung.
So kann ein Tagesverlust den Wert vernichten
Die folgende Rechnung ist vereinfacht. Sie zeigt das Tagesziel vor Gebühren und möglichen Abweichungen.
Täglicher 2×-ETF
Fällt der Index an einem Tag um 50 %, lautet das rechnerische Ziel etwa −100 %.
Täglicher 3×-ETF
Fällt der Index an einem Tag um rund 33,3 %, lautet das rechnerische Ziel etwa −100 %.
Das sind keine festen Auslöser. Handelspausen, die Bauweise des Fonds, Derivate, Kosten und Abweichungen vom Ziel beeinflussen das echte Ergebnis. Ein Anbieter kann außerdem Maßnahmen vorsehen, wenn die Verluste sehr groß werden. Maßgeblich ist immer der aktuelle Prospekt.
ProShares-Produktseite mit Warnung vor vollständigem Tagesverlust
Der Wert kann auch langsam gegen null gehen
Ein einzelner Absturz ist nicht nötig. Der Fonds stellt seinen Hebel jeden Tag neu ein. Darum zählt die Reihenfolge der Tagesbewegungen. Das nennt man Pfadabhängigkeit.
Der Index steht danach bei 72,90. Er hat 27,1 % verloren. Der vereinfachte 3×-ETF hat 65,7 % verloren. Weitere Schwankungen, Gebühren, Finanzierung und Abweichungen vom Tagesziel können den Wert zusätzlich drücken.
Unser Rechner zur täglichen Verkettung zeigt, wie sich unterschiedliche Wege auswirken.
Null, Reverse Split und Fondsschließung sind verschieden
Fast wertlos
Der Anteil hat noch einen kleinen Wert. Eine Erholung ist rechnerisch möglich, braucht nach einem sehr großen Verlust aber einen viel größeren Gewinn.
Reverse Split
Der Anbieter fasst mehrere alte Anteile zu weniger neuen Anteilen zusammen. Der Preis je Anteil steigt, aber dein Positionswert ändert sich dadurch grundsätzlich nicht. Mehr dazu im Reverse-Split-Leitfaden.
Fondsschließung
Der Fonds beendet den Betrieb und verkauft seine Anlagen. Verbleibende Anleger erhalten meist ihren Anteil am Nettovermögen in bar. Das ist nicht automatisch ein Totalverlust. Kosten, Steuern und weitere Kursbewegungen können den Betrag jedoch beeinflussen.
Welche Risiken zusammenkommen
- Der tägliche Hebel vergrößert schlechte Tagesbewegungen.
- Pfadabhängigkeit bedeutet: Die Reihenfolge der Tage verändert das Ergebnis.
- Viele Richtungswechsel können den Wert drücken. Das wird oft Schwankungsverlust genannt.
- Fondsgebühren und Finanzierung senken die Rendite.
- Der echte Fonds kann sein Tagesziel verfehlen. Das nennt man Tracking Difference.
- Swaps und Futures bringen Vertrags-, Liquiditäts- und Handelsrisiken mit.
Was du beim konkreten Fonds prüfen solltest
- Welches tägliche Ziel und welchen Index hat der Fonds?
- Wie stark schwankt der Index oder die einzelne Aktie?
- Welche Regeln nennt der Prospekt für extreme Marktbewegungen?
- Welche Gebühren, Finanzierungskosten und Abweichungen gab es?
- Gibt es aktuelle Meldungen zu Splits, Handelsstopps oder einer Schließung?
Diese Fragen helfen beim Verstehen des Risikos. Sie sind keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf.